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Okt 22 2006

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FCL in Budapest: Leistung hat sich nicht gelohnt

budapestmannschaftBudapest – die schöne Donaumetropole empfing den FC Landtag NRW mit warmem Septemberwetter, ihrem wunderbaren Panorama diesseits und jenseits der Donau, ihren Prachtbauten, darunter das ungarische Parlament, und herzlicher Gastfreundschaft. Beim Fußballmatch zwischen den Mannschaften des ungarischen und des nordrhein-westfälischen Parlaments ging es dann allerdings zur Sache, hart, aber fair, mit Technik, Kampf und packenden Torraumszenen. Gescheitert ist der FCL letztlich nach großartiger spielerischer wie kämpferischer Leistung an einem Teamkollegen, den der Club großzügig an die gegnerische Mannschaft abgetreten hatte. Das bedarf der Erklärung: Als Ergebnis des politischen Konflikts in Ungarn sah sich die Opposition außerstande, gemeinsam mit den Regierungsfraktionen ein Fußballteam zu bilden. Es fehlte vor allem ein Torhüter. So schickte der FCL seinen Keeper Heinrich Kemper zwischen die ungarischen Pfosten, und der hatte nichts Besseres zu tun, als dort über sich hinauszuwachsen und eine Superparade an die andere zu reihen. Zu Beginn des Matches auf der wunderbaren Rasenanlage von Budaörs imponierten die Magyaren durch gekonntes, direktes Kurzpassspiel. Noch aber ging keine allzu große Gefahr von ihnen aus. Im budapestlangenGegenteil – der FCL ging durch Jürgen Coße in Führung, der geschickt das Leder um die ungarischen Abwehrspieler herum in die kurze Ecke zirkelte. Lange allerdings ließ der Ausgleich nicht auf sich warten. Nach Flanke von rechts nutzte Puskas die momentane Unaufmerksamkeit der FCL-Innenverteidigung aus und schob die Kugel aus 10 Metern ins Netz. Postwendend schlug der FCL zurück: Genaues Passspiel aus der Abwehr heraus, schnelles Überbrücken des Mittelfeldes, genau getimte Flanke auf den Kopf von Norbert Stiens, der das NRW-Team damit erneut in Führung brachte. Das war auch der Pausenstand. Überfallartig starteten die Ungarn in die 2. Halbzeit. Sie wollten es wissen. Und sie wussten es. Der zweite Angriff ihrer schnellen Stürmer brachte bereits den Ausgleich durch den quirligen Czibor. Jetzt brannte es im Strafraum des FCL. Die Abwehr mit Wolfgang Euteneuer im Zentrum, dem bissigen Werner Sesterhenn und dem eleganten Offensivverteidiger Jürgen Krause hatte Schwerstarbeit zu verrichten, konnte jedoch den Rückstand nicht verhindern. Ein Pfostenkracher von Lorant prallte unglücklicherweise direkt vor die Füße von Koczis und der staubte zur Führung für die Gastmannschaft ab. Das wiederum schmeckte dem FCL gar nicht. Angefeuert von seinen fanatischen weiblichen Fans nahm er sein Kämpferherz in beide Hände und drängte, angetrieben Budapestpalarmentvon Günter Langen, Werner Lohn, Hubert Kleff und Rene Halverkamps mit Macht auf den Ausgleich. Chance auf Chance erarbeitete und erspielte sich das NRW-Team. Heinrich Kemper im Ungarn-Tor aber hielt alles, was auf seinen Kasten kam und erstickte mit schier unglaublichen Robinsonaden mehrfach den Torjubel der FCLer. Wie ein Magnet zog er die schärfsten Schüsse von Willi Nowack, Jens Petersen und Werner Mayer an sich. Es kam noch bitterer. Einen Konter schlossen die Ungarn durch eine Bogenlampe von Hidegkuti (dem ungarischen, nicht dem sauerländischen) zum 4 – 2 ab. Zehn Minuten noch. Noch drei. Der FCL gab nicht auf. Und dann fiel doch noch der Anschlusstreffer. Jürgen Coße hämmerte die Kugel aus kurzer Distanz – endlich – in die Maschen. Da war auch Heinrich Kemper machtlos. Nochmals mobilisierte der FCL alle Kräfte und brachte die Ungarn erneut in Bedrängnis. Diesen fiel beim
Schlusspfiff ein Stein vom Herzen: 4 – 3. Die Zuschauer sparten nicht mit Beifall für ein Klassespiel zweier gleichwertiger Mannschaften. Die Ungarn nahmen den Sieg als Revanche für 1954. Man muss auch gönne könne, zumal der FCL wie üblich die 3. Halbzeit klar für sich entscheiden konnte.

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